Dieses Kunstwerk hat Justyna entdeckt, die sich um unsere sozialen Medien und Partnerschaften kümmert - folgst du uns auf Twitter und Facebook? Es ist großartig! Ich habe es im Louvre nie gesehen (vielleicht weil diese Sammlung 380 000 Stücke umfasst), aber es hat es wirklich verdient, bei DailyArt vorgestellt zu werden. Eva, die sich laut der Genesis der Erbsünde schuldig gemacht hat, wird hier mit Pandora gleichgesetzt, die in der griechischen Mythologie alles Böse, das der Menschheit zusetzt, verteilt hat, weil sie aus Neugierde die Büchse geöffnet hat, die ihr von den Göttern anvertraut worden war. Jean Cousin erlaubt sich eine bei Humanisten der Renaissance beliebten intellektuellen Übung und führt seine Zuschauer an einen Vergleich heran: gibt es nicht auffallende Ähnlichkeiten zwischen der ersten Sünderin aus der jüdisch-christlichen Tradition und der ersten Frau, die von Hephaistos modelliert wurde? Beide Frauen gehorchten nicht, und beide aus demselben Grund: Neugierde. Beide galten als Ursprung aller menschlicher Leiden und Missstände: der Schädel (das Symbol der Nichtigkeiten) deutet bereits an, dass die Plagen und Katastrophen, die für immer eingeschlossen hätten bleiben sollen, bereits aus dem Gefäß, auf das Pandora vergeblich ihre Hand legt, entwichen sind. Diese sinnliche fantasievolle Darstellung von Eva, der ersten Frau, zeigt eine idealisierte weibliche Figur, die sich an einen zweifachen Hintergrund lehnt: die ungezähmte Natur auf der rechten Seite, die die Mäandern des irdischen Paradieses andeutet, und auf der linken Seite eine vom Menschen organisierte und gebändigte Natur. Jean Cousin wurde hier deutlich von der italienischen Kunst inspiriert: konsequente Anwendung der Perspektive, geschickte Aufteilung des Bildraums, Körperformen werden mit subtiler Beleuchtung von links umrissen, die physische Sinnlichkeit der jungen Frau und die feine Ausarbeitung von Juwelen und Accessoires. Die Architektur und der Schädel erinnern in ihrer symbolischen Perfektion an Mantegna und rufen die Vergänglichkeit des Lebens und der irdischen Schönheit hervor. Über die Geschichte dieses Werks oder die Umstände seiner Erschaffung ist wenig bekannt. Das Gemälde war im Besitz einer Familie, die ursprünglich wie Jean Cousin aus dem Dorf Sens stammte, und wurde vom Freundeskreis des Louvre erworben und dem Museum 1922 übergeben.




Eva Prima Pandora
Öl auf Leinwand • 97 x 150 cm