Vom 4. Juli bis 27. Juli zeigen wir euch bei DailyArt samstags und dienstags Stücke aus der großartigen Sammlung des Kröller-Müller Museums in Otterlo, Niederlande. Heute haben wir diesen recht ungewöhnlichen Monet, genießt es!
1871 hielt sich der französische Maler Claude Monet für vier Monate in Zaandam auf. In dieser Zeit schuf er 24 Standansichten und Landschaftsbilder von Zaandam und dieses einzelne Porträt der siebzehnjährigen Guurtje van de Stadt.
Die Familie van de Stadt war in den Holzhandel involviert und gehörten zu den reicheren Familien in Zaandam. Verglichen mit Monets anderen Arbeiten aus Zaandam ist dieses schwarzgraue Gemälde eher verhalten. Eine mögliche Erklärung dafür ist der Umstand, dass Guurtjes Vater Jan van de Stadt erst kürzlich verstorben war. Das schwarze Kleid, die Ohrringe und das Band sprechen dafür, dass das Mädchen noch trauert.
Wie ihr wisst, ist Monet die führende Figur des Impressionismus. Die Künstler dieser Bewegung versuchten, die Flüchtigkeit des Augenblicks in ihren Bildern einzufangen und beschäftigten sich mit den Effekten von Licht, Farbe und Bewegung. Ein anderes charakteristisches Merkmal ist die Art und Weise, wie sie die Farbe in lockeren, schnellen Pinselstrichen auftragen. Das zeigt sich hier eindeutig an dem hellen Hintergrund und an Guurtjes Haaren. Ihr Gesicht und Kleid sind dagegen sehr präzise gemalt.