Nach seinen Studienjahren waren Hoppers Akte ausschließlich weiblich. Im Gegensatz zu den bisherigen Aktmalereien, die gemalt wurden um die weibliche Gestalt zu verherrlichen und die weibliche Erotik in den Mittelpunkt zu stellen, zeigen Hoppers Akte einsame Frauen, deren Persönlichkeit psychologisch exponiert dargestellt wird. Eine gewagte Ausnahme bildet das Bild "Girlie Show", in dem eine rothaarige Striptease-Tänzerin souverän über eine Bühne schreitet zur musikalischen Begleitung der Musiker im Orchestergraben. Girlie Show ist inspiriert von Hoppers Besuch einer Burlesque-Show einige Tage zuvor. Hoppers Frau stand wie immer für ihn Modell und schrieb in ihr Tagebuch: "Ed beginnt mit einem neuen Bild - eine Burlesque-Tänzerin führt einen Striptease vor - und ich posiere ohne etwas an vor dem Kamin - nichts außer High Heels in einer Striptease Tanzpose."
Jo hat für alle Frauen in Hoppers Gemälden Modell gestanden. Sie hat auch gemeinsam mit ihm über die Charaktere in seinen Bildern fantasiert und sich Namen ausgedacht. Sie spielte eine maßgebliche Rolle in den fantasievollen Szenarien zu seinen Bildern und half ihm dabei seine Fantasien in Bilder zu verwandeln. Jo war eine ehemalige Schauspielerin und sie ermöglichte es Hopper als Regisseur zu agieren und seine Lieblingsschauspielerin verschiedene Rollen spielen zu lassen. So konnte Jo zum Beispiel jung oder alt, verführerisch oder desinteressiert wirken. Sie half ihm auch beim Einkaufen der richtigen Requisiten, die er für die Ausstattung seiner Bilder benötigte. Die Erotik von "Girlie Show", einem Bild von einer Stripperin im Burlesque-Stil mit ihren konischen Brüsten und leuchtend roten Brustwarzen, die ihr Publikum mit einem blauen Kleidungsstück, das sie bereits ausgezogen hat, verzaubert, ist sowohl augenscheinlich als auch gewollt. Die vorbereitenden Skizzen zeigen, wie Hopper Jos zierliche Gestalt und ihre ältere Erscheinung in die große, feurige Rothaarige im Gemälde verwandelte. Hopper, der sich mit den Männern im Publikum identifiziert haben muss, präsentiert uns diese Frau als begehrenswert, aber unerreichbar und beobachtet sie nur aus sicherer Entfernung.
Auf die Frage, warum er bestimmte Themen anderen vorzog, antwortete Hopper: "Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, dass sie das beste Medium für eine Synthese meiner inneren Erfahrungen sind. Große Kunst ist der äußere Ausdruck eines inneren Lebens eines Künstler, und dieses innere Leben wird zu seiner persönlichen Vision der Welt führen....... Das Innenleben eines Menschen ist ein riesiges und vielfältiges Reich."