Byblis by William-Adolphe Bouguereau - 1884 - 143 x 201,8 cm Salar Jung Museum Byblis by William-Adolphe Bouguereau - 1884 - 143 x 201,8 cm Salar Jung Museum

Byblis

Öl auf Leinwand • 143 x 201,8 cm
  • William-Adolphe Bouguereau - 30. November 1825 - 19. August 1905 William-Adolphe Bouguereau 1884

Heute vor 191 Jahren wurde der französische Maler und Traditionalist William-Adolphe Bouguereau geboren. In seinen realistischen Genrebildern zeigte er eine Vorliebe für mythologische Themen, wobei er die klassischen Motive mit Betonung auf den weiblichen Körper modern interpretierte. Zeit seines Lebens genoss er eine hohe Beliebtheit in Frankreich und den USA und erhielt zahlreiche öffentliche Ehrungen und höchste Preise für seine Arbeit.  

Von der impressionistischen Avantgarde wurde Bouguereau verschmäht und im frühen 20. Jahrhundert fiel seine Kunst bei der Öffentlichkeit in Ungnade. Das wiederauflebende Interesse an der Figurenmalerei in den 1980er-Jahren führte zu einer Wiederentdeckung von Bouguereau und seiner Arbeit. Es ist bekannt, dass Bouguereau im Laufe seiner Zeit 822 Gemälde realisiert hat, der Verbleib vieler dieser Bilder ist  allerdings noch immer unbekannt. 

Lasst uns über das Bild reden. Byblis war die Tochter des Miletos von Kreta, die sich unglücklicherweise in ihren Zwillingsbruder Kaunos verliebte. Als Byblis ihre Liebe zu Kaunos erkannte, redete sie sich zunächst ein, solche Gefühle seien ganz natürlich, realisierte sich dann aber auch die Unangemessenheit einer solchen Liebe. Unfähig, ihre Gefühle noch länger vor Kaunos geheimhalten zu können, schickte Byblis ihm über einen Diener einen Brief, in dem sie Beispiele von inzestuösen Beziehungen zwischen Göttern aufzählte. Angewidert lief Kaunos davon. In dem Glauben, dass sie ihn doch noch dazu bringen könnte, sie zu lieben, entschloss Byblis sich, ihn noch einmal zu umwerben. Das Gemälde stellt den Moment dar, in dem Byblis vor Gram zusammenbricht, nachdem Kaunos vor der Zuwendung seiner Schwester geflohen war. Sie war ihm durch einen Großteil von Griechenland und Kleinasien gefolgt, bis sie schlussendlich erschöpft vor Kummer und von der langen Reise starb. Da sie ständig weinte, verwandelte sie sich in eine Quelle.

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