Die psychologische Intensität von Schieles Selbstportraits ist kaum anzutreffen in seinen zahlreichen Studien junger Frauen (viele nackt oder prokativ gekleidet), welche in abgeklärter Art als Objekte für formale Analysen benutzt werden. Oft auf einer Seite isoliert, ohne eine Referenz zu ihrer Umgebung, sind diese Gestalten exquisite Studien in Bezug auf Linie, Komposition und Gestik. Dieses Portrait einer sitzenden Frau in Rückansicht ist ausdrucksstark, obwohl ihr Gesicht verborgen ist. Das Model war wahrscheinlich Schieles Frau, Edith Harms, zu diesem Zeitpunkt 24, die er im Jahre 1915 heiratete und die an Influenza starb, lediglich drei Tage bevor er es tat. Nur teilweise bekleidet, aber mit ihrem sorgfältig frisiertem rotblondem Haar, trägt die Person eine strahlend blaue gestreifte Jacke über einem weiß gestreiften Hemd, die Kleidung einer seriösen Lady. Ihr unterer Körper allerdings ist gekleidet in den Kleidern, in denen Schiele normalerweise Prostituierte abbildete, einem weißen Spitzenslip und dunklen Strümpfen. Der gekennzeichnete Unterschied zwischen den zwei Parts ihres Kostüms scheinen die eigenen ambivalenten Gefühle bezüglich seiner Frau, die in seiner Kunst verschiedenartig als eine kalte Jungfrau oder als eine leidenschaftliche Geliebte gezeigt wird, widerzugeben.
Ich liebe Egon Schiele! <3
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Egon <3