Kaiser Maximilian I. mit seiner Familie by Bernhard Strigel - 1516/1520 - 60,4 x 72,8 cm Kunsthistorisches Museum Kaiser Maximilian I. mit seiner Familie by Bernhard Strigel - 1516/1520 - 60,4 x 72,8 cm Kunsthistorisches Museum

Kaiser Maximilian I. mit seiner Familie

Öl auf Leinwand • 60,4 x 72,8 cm
  • Bernhard Strigel - ca. 1461 - 4 Mai 1528 Bernhard Strigel 1516/1520

Bernhard Strigel, das letzte bekannte Mitglied einer erfolgreichen Künstlerfamilie aus dem süddeutschen Allgäu, hatte ab 1512 eine Reihe von Ehrenämtern in Memmingen inne. Als gefragter Porträtist wurde er bald zum kaiserlichen Hofmaler und schließlich zum Adel erhoben.

Sein Gemälde zeigt Kaiser Maximilian I. und seine erste Frau, Maria von Burgund (1457–1482), neben ihrem 1506 verstorbenen Sohn Philipp dem Schönen. Darunter sind Philipps Söhne Karl (in der Mitte) und Ferdinand (links). Rechts von ihnen ist Ludwig von Ungarn, den Maximilian 1515 adoptiert hatte. Die Inschriften geben den Porträts eine zweite Bedeutung: Sie identifizieren die Dargestellten als Mitglieder der Familie von Maria Kleophas, die als eine der Schwestern der Jungfrau Maria seit dem frühen 15. Jahrhundert verehrt worden war. Ursprünglich befanden sich die anderen Mitglieder der Familie der Jungfrau auf der Rückseite der Tafel (1919 entfernt) und auf einem anderen Teil (jetzt in Privatbesitz) des Werks, das ursprünglich als Diptychon konzipiert war.

Wie die Arbeit in Auftrag gegeben wurde, ist nicht ganz klar. Es ist mit Sicherheit bekannt, dass Johannes Cuspinian, ein humanistischer Berater Maximilians, das zweite Panel und die Rückseite des ersten in Auftrag gab. Aber vielleicht, und das erscheint plausibler, gab er 1520, fünf Jahre nach der Doppelhochzeit, die er mit ausgehandelt hatte, das gesamte Diptychon (einschließlich des vorliegenden Gemäldes) in Auftrag. Die Auswahl der Figuren ist sicherlich ein Hinweis auf dieses Ereignis. Als Stellvertreter für einen seiner Enkel heiratete Maximilian 1515 in Wien die Schwester von Louis, Anna von Ungarn. Ein Gegenbeweis für die 1507 getroffene Entscheidung war, dass Louis die Erzherzogin Maria, die Schwester von Charles und Ferdinand, heiraten würde. Dieser erfolgreiche Zug auf dem Dynastie-Schachbrett wurde feierlich mit einer Doppelhochzeit in Wien gefeiert und garantierte den kaiserlichen Nachfolgern die Kronen Böhmens und Ungarns bis 1918.