Allein by Henri de Toulouse-Lautrec - 1896 - 31 x 40 cm Musée d'Orsay Allein by Henri de Toulouse-Lautrec - 1896 - 31 x 40 cm Musée d'Orsay

Allein

Öl auf Pappe • 31 x 40 cm
  • Henri de Toulouse-Lautrec - 24. November 1864 - 9. September 1901 Henri de Toulouse-Lautrec 1896

In vier Farben - Schwarz, Blau, Orange und Weiß - hat Lautrec schnell und spontan eine Prostituierte gemalt, die zusammengebrochen auf dem Bett liegt. Ihr Kunde hat gerade das Zimmer verlassen. Auf dem Rücken ausgestreckt ist sie völlig erschöpft. Ihre schwarzen Strümpfe sind über ihre dünnen Beine hochgezogen, die als zwei schlaffe Formen vom Bett auf den Boden hängen. Diese leblose Position vermittelt völlige Erschöpfung.

In dem Versuch, die Raserei der vorangegangenen Liaison anzudeuten, sind die Bettlaken als eine Mischung aus grob gemalten blauen Strichen und weißen Flecken dargestellt. Die Laken sind von links nach rechts, oben und unten und diagonal zerknittert. Wir sind Zeugen der bewegungslosen Nachwirkungen der turbulenten sexuellen Aktivität, die in scharfem Kontrast zu der niedergeworfenen Figur steht. Die Szene ist von rätselhafter Abwesenheit. Wir wundern uns über die schmutzige Transaktion, die diesem Moment vorausgegangen ist, und empfinden Mitleid mit der Frau, deren Beruf sie in einem so zerrütteten Zustand zurückgelassen hat.

Toulouse-Lautrec ist bekannt für seine Gemälde von Prostituierten und Kurtisanen. Manchmal packte er zusammen und zog für Tage oder Monate in ein Bordell. Er genoss es sogar, neue Bekanntschaften zu schockieren, indem er die berüchtigte Adresse eines Bordells als Wohnort angab. Prostituierte und Madame akzeptierten Lautrec als Ausgestoßenen und erlaubten ihm, auf eigene Initiative oder im Auftrag der Bordelle frei umherzuwandern, zu zeichnen und zu malen.

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