Wir setzen unseren Sondermonat mit dem Kunsthistorischen Museum Wien mit diesem erstaunlichen Gemälde von Caravaggio fort :) Ich liebe es!
Bisher ist es nicht gelungen, die genaue Entstehungsgeschichte dieses Altarbildes zu rekonstruieren, da wesentliche Dokumente fehlen und vorhandene Dokumente widersprüchliche Informationen liefern. So ist der Stifter, der am linken Bildrand am Ellenbogen des heiligen Dominikus Schutz sucht, nach wie vor unbekannt. Nach neuesten Erkenntnissen wurde das Bild nicht in Neapel, sondern in Rom gemalt, also in der Zeit zwischen 1601 und 1605. Seine Existenz wird erstmals 1607 dokumentiert, als es bereits in Neapel zum Verkauf angeboten wurde. Die Besitzer, zwei niederländische Kunsthändler, kehrten mit dem Gemälde vor 1617 nach Amsterdam zurück. Dort wurde es 1618 oder 1619 von einem Antwerpener Konsortium erworben, dem auch Peter Paul Rubens und Jan Brueghel der Ältere angehörten, bevor es schließlich in der Antwerpener Dominikanerkirche (Sankt-Pauluskirche) einen neuen Platz fand. 1781 wurde die Rosenkranzmadonna auf Betreiben Kaiser Josephs II. für die kaiserliche Gemäldesammlung erworben.
Papst Pius V. (ein Dominikaner) hatte den Gedenktag Unsere Liebe Frau vom Sieg aus Dankbarheit nach dem Sieg der Heiligen Liga über die türkische Flotte bei Lepanto (1571) angeordnet. 1573 veränderte sein Nachfolger, Gregorius XIII. den Namen des Gedenktages. Unsere liebe Frau vom ersten Rosenkranz, kurz das Rosenkranzfest, wird am 7. Oktober gefeiert.
St. Petrus Martyr, zu erkennen an seiner Kopfwunde, wendet sich als heiliger Vermittler dem Betrachter zu. Er weist die Gläubigen auf die Anwesenheit der thronenden Madonna mit dem Jesuskind hin. Sie wiederum wendet sich zur Seite und fordert den gehorsam aufschauenden heiligen Dominikus auf, Rosenkränze an das Volk zu verteilen, das auf den Knien an ihn herandringt. Aber auch Maria spielt letztlich nur die Rolle einer Vermittlerin - der Jesusknabe steht inhaltlich und kompositorisch im Mittelpunkt. Wie in den meisten seiner Werke erreicht Caravaggio die starke physische Präsenz der Figuren auf realistische, niemals idealisierende Weise, indem er intensive Kontraste von Licht und Schatten einsetzt. Die Objekte ihres Begehrens, die Rosenkränze, abstrahiert er auf subtile Weise, indem er sie in den Schatten stellt und die hell erleuchteten Hände noch dominanter erscheinen lässt.
PS Caravaggio ist berühmt für seine kühnen ... und unangemessenen Darstellungen von verehrten Figuren! Hier ist die Geschichte eines höchst umstrittenen jungen Amors.
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