Wie bekannt, befassen wir uns gern mit Künstlerinnen, die von der Kunstgeschichte vergessen wurden, nicht wahr? Es ist dann auch an der Zeit, eine sehr talentierte walisische Künstlerin vorzustellen. :)
Gwendolen Mary John arbeitete die meiste Zeit ihrer Karriere in Frankreich. Ihre Gemälde, hauptsächlich Porträts anonymer weiblicher Modelle, wurden in einer Reihe eng verwandter Farbtöne wiedergegeben. Obwohl sie zu Lebzeiten von ihrem Bruder Augustus John und ihrem Liebhaber Auguste Rodin überschattet wurde, ist ihr Ruf seit ihrem Tod stetig gewachsen.
Gwen Johns Kunst steht in ihrer Stille und ihren subtilen Farbbeziehungen im Kontrast zu den weitaus lebendigeren und selbstbewussteren Arbeiten ihres berühmten Bruders. Obwohl sie einst in seinem Schatten stand, neigt die kritische Meinung heute dazu, Gwen als die Talentiertere der beiden zu betrachten. Augustus selbst hatte diese Umkehr vorhergesagt, als er meinte: „In 50 Jahren werde ich als der Bruder von Gwen John bekannt sein.“
Ihre erhaltenen Werke sind relativ klein; die 158 bekannten Ölgemälde überschreiten selten eine Höhe oder Breite von 61 cm. Die meisten sind Porträts, aber sie malte auch Stillleben, Interieurs und einige Landschaften. Sie schrieb: „...eine Katze oder ein Mensch, es ist dasselbe... es ist eine Angelegenheit des Volumens... der Gegenstand ist ohne Bedeutung.“
PS: Hier kannst du mehr über Gwen Johns Leben in Paris und ihre Werke erfahren :)
PPS: Würdest du gerne mehr über Künstlerinnen erfahren, schau dir unsere Künstlerinnen-Notizbücher (gefüllt mit ihren Werken) hier an.