Das Fest des Herodes bezieht sich auf eine Episode aus den Evangelien nach der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, als Salome ihren Eltern seinen Kopf präsentiert. Der Bericht im Markusevangelium erzählt von einem Fest für Herodes' hohe Beamten, seine Militärkommandanten und die wichtigsten Männer von Galiläa, das er an seinem Geburtstag abhält. Bei diesem Fest tanzt Herodes' Tochter vor ihm und seinen Gästen, was ihn so erfreut, dass er ihr als Dank anbietet, ihr alles zu geben, worum sie bittet. Das Mädchen fragt ihre Mutter, was sie sich wünschen soll, und diese rät ihr, den Kopf von Johannes dem Täufer zu verlangen. Widerwillig befielt Herodes, Johannes zu enthaupten, und sein Kopf wird ihr gemäß ihrem Wunsch „auf einer Platte” serviert. Diese Szene war in der Kunst sehr populär, besonders im 19. Jahrhundert; sie erlangte zusätzliche Berühmtheit nach der Aufführung von Oscar Wildes Theaterstück Salome (1891), aus welchem das Konzept vom Tanz der sieben Schleier stammt.
Heute zeigen wir mal etwas anderes – ein Renaissancegemälde vom wunderbaren Benozzo Gozzoli. Dieses Panel ist Teil der Predella des Altars der Compagnia della Purificazione. Gozzoli zeigt drei Geschichten aus der Bibel, die gleichzeitig stattfinden: Die Festszene des Herodes, die Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers und die Vorführung von seinem Kopf vor Herodias. Diese Art der Darstellung war typisch für die Kunst der Gotik, aber wurde auch in der Renaissance benutzt. Der Künstler benutzte extrem geometrische architektonische Elemente, um die Trennung der Geschehnisse anzudeuten.
Schaut euch an, wie Gozzoli die tanzende Salome abgebildet hat! Mir gefällt das sehr.
PS: Und falls euch Florenz nicht genug ist, versorgen wir euch mit unserem kurzen Führer durch die italienische Renaissance im DailyArt-Magazin!