Zehn Jahre nach seiner letzten Reise nach Rom rief sich Turner die Ewige Stadt durch einen Schleier der Erinnerung ins Gedächtnis. Links sieht man den Mond aufgehen und rechts geht die Sonne hinter dem Kapitolshügel unter. In diesem schillernden Licht scheinen sich die barocken Kirchen und antiken Denkmäler in und um das Forum Romanum aufzulösen. Inmitten dieser Pracht gehen die Einwohner*innen der Stadt ihren täglichen Aktivitäten nach. Die perlmuttfarbene Palette und die schimmernden Lichteffekte des Bildes zeigen Turner in seiner besten Form.
Als das Bild 1839 das erste Mal in der Royal Academy ausgestellt wurde, fügte man dem Begleittext ein bearbeitetes Zitat aus Lord Byrons Meisterwerk Childe Harolds Pilgerfahrt (1818) hinzu: „Der Mond erscheint, doch ist's nicht Nacht geworden, / Die Sonne noch mit ihm den Himmel theilt.” Wie das Gedicht beschwört auch Turners Gemälde die beständige Erhabenheit Roms herauf – einer Stadt, die für Künstler*innen im Lauf der Geschichte weniger ein Ort in der realen Welt als vielmehr einer in der Fantasie war.
PS: Die eindringliche Schönheit der Ruinen zieht Künstler*innen seit Jahrtausenden an. Hier könnt ihr mehr darüber erfahren.