Glyn Philpot war ein britischer Künstler, dessen Oeuvre die Entwicklung von Edwardianischen Gesellschaftsporträts zu einem radikal modernistischen Stil in den 1930er-Jahren schilderte. Im Laufe seiner Karriere stellte er Schauspieler*innen, Tänzer*innen, Dichter*innen, Gesellschaftsdamen, männliche Geliebte und Freunde dar, durch die sein wichtiger Beitrag zu der heiklen Darstellung schwarzer Modelle zwischen den 1910er- und 1930er-Jahren sowie seine Auseinandersetzung mit queeren und religiösen Themen untersucht werden kann. Philpot war unglaublich erfolgreich; er war einer der bestbezahlten Künstler in Großbritannien zu der Zeit.
Wie wir an dem heutigen Gemälde sehen können, war Philpot ein erstaunlicher Künstler in seinen informellen Porträts.. Er war fasziniert von afrikanischen und jamaikanischen Modellen, deren Porträts er malte und formte, wann immer sich die Möglichkeit bot. Damals war das ungewöhnlich. Eine Konstante in Philpots Leben ab 1929 war sein jamaikanischer Bediensteter, Henry Thomas, der sowohl Diener als auch Modell war und unzählige Male für den Künstler saß.
Philpot war außerdem durch seine offene Auseinandersetzung mit seiner eigenen Homosexualität durch seine Kunst bedeutsam, insbesondere zu einer Zeit als eine solche Offenheit selten und riskant war. Dieser Aspekt seines Lebens zeigt sich in seinen späteren Werken, die auch Abbildungen männlicher Figuren mit einer intimen und manchmal sinnlichen Energie zeigen.
Leider sah sich Philpots Karriere mit der Entwicklung seines Stils mit Herausforderungen konfrontiert. Die Veränderung seines künstlerischen Ansatzes führte gegen Ende seines Lebens zu einem Absteigen seiner Beliebtheit, insbesondere da die britische Kunstszene angesichts des bevorstehenden Krieges immer konservativer wurde.
PS: Vor dem 20. Jahrhundert wurden schwarze Menschen in der westlichen Kunst häufig in unterwürfigen Rollen dargestellt. Lerne mehr über die Geschichte Schwarzer Modelle in europäischer Kunst.