In einem schwach beleuchteten Schlafgemach liegt eine sterbende Frau auf einem Bett, das von einem einzigen Lichtstrahl erhellt wird. An ihrer Seite sitzt ein Mann, der ernst und nachdenklich wirkt. Das Gemälde zeigt die tragische Geschichte des polnischen Königs Sigismund II. Augustus aus dem Geschlecht der Jagiellonen und seiner Frau Barbara Radziwiłł, die 1551 verstarb.
Die unglückliche Liebe zwischen Sigismund und Barbara wurde schnell zur Legende, die über Jahrhunderte hinweg diverse Künstler inspirierte. Königin Bona Sforza, Sigismunds Mutter, die sich gegen die Verbindung wehrte, wurde allgemein verdächtigt, Barbara vergiftet zu haben. Der Skandal begann im Jahr 1547, als Sigismund Barbara heimlich heiratete - eine Verbindung, die als direkte Provokation gegen die damalige Herrschaftsordnung empfunden wurde. Barbara stammte zwar aus einer der mächtigsten Adelsfamilien Litauens, war aber nicht von königlichem Blut, so dass die Heirat politisch umstritten war. Erst nach einem langen und erbitterten Kampf gegen seine Mutter und das Parlament erreichte Sigismund schließlich Barbaras Krönung im Jahr 1550.
Die Komposition zeichnet sich durch eine einfache, aber äußerst detaillierte Gestaltung aus. Die technische Meisterleistung Joséf Simmlers zeigt sich in Elementen wie der zarten Spitzenborte auf dem Kopfkissen der Königin, der reichen Stickerei auf dem Gewand des Königs oder dem Weihrauchfass neben dem Bett. Diese Details, die bereits vom damaligen Publikum gelobt wurden, trugen zum Erfolg des Gemäldes bei. Die Verschmelzung eines romantisch-historischen Sujets mit Simmlers raffinierter Technik machte das Werk zu einem Triumph der Kunstkritik.